Handwerker legen Nachtschicht ein: Arbeiter auf der Luisenburgbaustelle biegen in die Zielgerade ein.

Langsam schält sich aus der Luisenburg-Baustelle ein architektonisches Highlight. So zumindest sah es aus, als am Donnerstag die Handwerker das Gerüst an der Fassade des Betriebsgebäudes entfernt haben.

Stück für Stück offenbarte sich dabei das Bauwerk den Blicken der Zuschauer. „Endlich sieht jeder, was sich Springer-Architekten bei der Planung der Fassade gedacht haben“, sagt Stadtbaumeister Klaus Brunner in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend. Die Bilder, die er zeigt, kommentieren die Stadträte anerkennend nickend.

"Jede Fensterausbuchtung ist unterschiedlich groß, die Scheiben sind in verschiedenen Winkeln eingebaut, so dass immer wieder andere Lichtreflexionen entstehen." Stadtbaumeister Klaus Brunner

Tatsächlich wird jetzt das ausgeklügelte Fassadenkonzept sichtbar, das einen fast organischen Eindruck vermittelt. Obwohl die Außenhaut des Betriebs- und Werkstattgebäude aus Beton besteht, wirkt es keineswegs kalt und künstlich. Dafür sorgen vor allem die unterschiedlich breiten Lamellen und die völlig unsymmetrisch angeordneten Fenster. „Jede Fensterausbuchtung ist unterschiedlich groß, auch die Scheiben sind in verschiedenen Winkeln eingebaut, so dass immer wieder andere Lichtreflexionen entstehen.

Laut Brunner werden alle noch ausstehenden restlichen Arbeiten bis zum 8. Juni fertig. „Das müssen sie auch, denn am anderen Tag findet das Theaterfest statt“, sagte Bürgermeister Karl-Willi Beck.

Da seit Wochen die Proben laufen und das Kinderstück „Eine Woche voller Samstage“ bereits begonnen hat, bleibt den Handwerkern nichts anderes übrig, als Nachtschichten einzulegen. Sobald die Künstler und Besucher das Gelände verlassen haben, rücken die Arbeiter an. Bis in die frühen Morgenstunden wird das Theater dann wieder zur Baustelle.

Derzeit arbeiten die Männer vom Bau an der Rettungszufahrt, die samt Notbeleuchtung ebenso in den kommenden Tagen fertig wird, wie die Modellierung des Löschwassertanks. Der riesige Behälter wird künftig wie ein Steinhügel aussehen. Der Theatervorplatz erhält bis zum 8. Juni noch eine Asphaltschicht und das neue Baumwipfel-Foyer einen Boden aus Kösseine-Granit. Mit Natursteinen verkleidet ist laut Brunner seit dieser Woche das Inspizientenhaus. Damit ist der angrenzende Rettungsweg wieder frei.

Auch die Seitenbühne, die vom Zuschauerraum aus nicht eingesehen werden kann, ist vollendet. Die Werkstattgebäude sind nun mit Holz und Metallplatten verkleidet. Das Theatergebäude hat mittlerweile auch die behördliche Abnahme überstanden. „Es ist alles in Ordnung, es hat keine Beanstandungen gegeben“, freute sich Brunner.

Die Stadträte kamen überein, die letzte verbliebene Muster-Fassadenplatte sinnvoll zu verwenden. „Wir wollen sie am Brückenradweg auf dem Bahnhofsgelände als markanten Hingucker aufstellen“, sagte Beck.

In der Stadt gibt es derzeit noch einige Baustellen mehr, über die Klaus Brunner dem Stadtrat berichtete. So haben die Bauarbeiter im Mehrgenerationenhaus in der Breiten Straße ein altes Kellergewölbe entdeckt. „Wir werden dieses auf alle Fälle sichern und für die Besucher sichtbar machen.“ Bis Ende des Jahres wird das Haus fertig sein.

Bereits Ende August kann die Stadt das künftige Bauamt und Archiv- Haus am Marktplatz 8 einweihen. Die Sanierung dieses Gebäudes hat dem Stadtbaumeister und seinem Team einige Nerven gekostet. „Der Schädlingsbefall des Dachstuhls hat uns zurückgeworfen. Bis Mitte kommender Woche sind alle Schadstoffuntersuchungen abgeschlossen. Danach können wir zügig weiterbauen.“

Da im oberen Stockwerk das Archiv seine neue Heimat findet, muss dessen Boden ein extremes Gewicht tragen. „Wir bauen entsprechend viele Balken ein, es hat den Anschein, als ob wir hier die Bäume des ganzen Fichtelgebirges verwerten“, schmunzelt Brunner.

Weit gediehen sind die Arbeiten am letzten, gut einen Kilometer langen Stück des Brückenradwegs südlich von Holenbrunn. „Wir haben auf einer Strecke von 700 Metern den Unterbau fertig. Demnächst können wir die Bitumen- und danach die Feinasphalt-Schicht aufbringen.“ Eröffnet werden soll das letzte Stückchen Brückenradweg möglichst noch im September.

 

Quelle: Matthias Bäumler

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