Zurück

Unternehmen ⋅ 27.04.2026

Josef Andritzky zum Ehrenvorstand des VDBUM ernannt

Haltung und Verlässlichkeit

 

Bei der Mitgliederversammlung des VDBUM am 10. Februar in Willingen ist Josef Andritzky nicht wieder zur Wahl angetreten und nach 17 Jahren aus dem Vorstand ausgeschieden. Andritzky, der zum Ehrenvorstand ernannt wurde, stehe für Haltung und Verlässlichkeit, würdigte ihn VDBUM-Präsident Dirk Bennje. 

Der Diplom-Ingenieur trat 1990 in das mittelständische Bauunternehmen Franz Kassecker GmbH ein, deren Geschäftsführender Gesellschafter er ist. Mit dem Einstieg in die Baubranche wurde er auf den VDBUM aufmerksam und schloss sich dem Verband an. „Zum damaligen `analogen´ Zeitalter stand für mich die Information in den verschiedenen Facetten der Baubranche im Vordergrund. Sehr schnell stellte ich fest, dass die Kommunikation und der rege Austausch während der Veranstaltungen wichtig für mich wurden und meinen beruflichen Alltag bereicherten“, berichtete Andritzky 2021 anlässlich des 50-jährigen Bestehens des VDBUM. 2003 wurde er Stützpunktleiter des Stützpunktes Regensburg und blieb dies bis 2009, als er in den Vorstand des VDBUM gewählt wurde. Dort vermochte er „durch seine ruhige, besonnene und ausgleichende Art“, wie es Dirk Bennje formulierte, die Diskussion in die richtige Richtung zu bewegen, wenn sich seine Vorstandskollegen einmal nicht einigen konnten. Er hatte immer eine starke Stimme im Vorstand“, so der VDBUM-Präsident. 

Viele Aktivitäten für den VDBUM finden in der Freizeit statt. „Ich habe einmal hochgerechnet, dass ich etwa 150 Wochenenden mit dem VDBUM verbracht habe“, sagt Andritzky. Wer so viel Zeit in ein Ehrenamt investiert, der benötigt einen starken Rückhalt. Dieser war ihm in all den Jahren seiner Verbandstätigkeit seine Ehefrau Sabine. Aus dem operativen Tagesgeschäft der Franz Kassecker GmbH, einer von sieben Firmen der K-Holding, hat er sich vor einem Jahr zurückgezogen. Er freut sich über den gewonnen Freiraum und verbringt viel Zeit mit Ehefrau Sabine, den beiden Töchtern und drei Enkelkindern. Auch sein großes Hobby, das Motorradfahren, kommt nicht zu kurz. 10.000 bis 15.000 km fährt er jährlich, teils weite Strecken.

Nun genießt er das letzte VDBUM-Großseminar, an dem er aktiv beteiligt ist und antwortet auf die Frage, welches der schönste Moment in seiner 17-jährigen Vorstandstätigkeit gewesen ist, mit „Dieser! Wir erleben ein Großseminar mit 1.200 Teilnehmenden, einer großen Ausstellungsfläche, 50 hochkarätigen Vorträgen - das zeigt, was wir gemeinsam auf die Beine gestellt haben.“ Letztlich, ergänzt er, sei es die Summe der vielen Bausteine der VDBUM-Arbeit. Er nennt die Gründung der VDBUM Service GmbH, der Neubau der Geschäftsstelle in Stuhr, das Entwickeln und Etablieren von Formaten wie den VDBUM-Förderpreis, den Baumaschinenerlebnistag, die Patenschaften für Studierende, Meisterschülerinnen und Meisterschüler, den Azubi Cup oder den VDBUM Zukunftszirkel. Generell sei das Wirken des VDBUM deutlich professionalisiert worden – auch innerhalb des Vorstandes: „Anfangs waren wir nur zu viert, heute verfügt jedes Vorstandsmitglied über Expertise in einem eigenen Bereich etwa Wissenschaft, Anwendung oder Mittelstand. Das erzeugt eine schöne Reibung, denn ein Wissenschaftler sieht manche Dinge natürlich anders als ich. Hier gilt es, eine Balance zu finden im Sinne unserer Mitglieder, die wir ja alle vertreten wollen. Dieser Mix in der Vorstandszusammensetzung hat mir gut gefallen.“ 

Auch die Frage, was bislang nicht erreicht wurde oder woran er gern noch mitgewirkt hätte, beantwortet Andritzky schnell: „Eine Frau im Vorstand zu haben.“ Er erinnert sich an ein Großseminar in den 1990er Jahren in Braunlage, als ein Referent das Publikum so begrüßte: „Meine Dame, meine Herren.“ Seit dieser Zeit habe sich glücklicherweise vieles verändert. „Heute gibt es eine ganze Reihe von Teilnehmerinnen, aber noch immer zu wenig. Und das zu ändern, bleibt eine Aufgabe. Frauen sehen manche Dinge anders als Männer und es kann nur gut sein, auch andere Perspektiven zu hören und zu diskutieren“, bekräftigt er. Zum Abschluss des 54. Großseminars am 12. Februar moderiert Ehrenvorstand Josef Andritzky ein letztes Mal die Abendgala, die Bühne verlässt er schließlich begleitet von Standing Ovations.

Quelle: David Spoo, VDBUM-Redaktion, 27.04.2026 (Originalauszug)
Website des VDBUM