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Moderne Fenster mit altem Charme

Die neuen Metallelemente wiegen zwischen 200 und 400 Kilogramm und sollen den Charakter der ehemaligen „Aktien“ wahren. Für 5,3 Millionen Euro wird die Brache fit gemacht.

Arzberg – Draußen: Meterhohe Gerüste umfangen die Fassaden. Förderbänder transportieren Material über mehrere Etagen nach oben. In großen Containern sammeln sich Bauschutt und anderer Abfall. Baustoffe warten in Stapeln darauf, verarbeitet zu werden. Drinnen: Helene Fischer schickt einen ihrer Hits aus dem Makita- Baustellen-Radio in die großen Hallen. Gabelstaplerfahrer bewegen Waren einer Firma, die das Gebäude nutzt, mit rasanter Geschwindigkeit von A nach B. Berge von Montageteilen und Zubehör stapeln sich, soweit das Auge reicht. Überall herrscht reger Betrieb. Es sind Beschäftigte der vier Firmen, die das ehemalige Winterling- Areal an der Jakobsburg 1 in Arzberg bereits nutzen. Aber auch viele Mitarbeiter von Baufirmen, die seit März 2018 dabei sind, die ehemalige „Aktien“ wettbewerbsfähig zu machen.

Die Bauarbeiten im Auftrag des gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU) Winterling liegen im Zeitplan, wie Vorstand Cäcilia Scheffler bei einer Baustellenbegehung berichtet. Zum gKU Winterling gehören die vier Kommunen Arzberg, Kirchenlamitz, Röslau und Schwarzenbach an der Saale. Sie haben sich zusammengetan, um gemeinsam die Brachen der ehemaligen Winterling-Porzellan-AG, die 1999 in Insolvenz ging, zu beseitigen und die Gebäude und Flächen mit neuem Leben zu erfüllen. In Arzberg sind Teile des großen Komplexes der früheren Tunnelofenhalle und des Weißbetriebs bereits vermietet. Laut Cäcilia Scheffler stehen im ersten Bauabschnitt für die früheren Hallen der „Aktien“ Baumeisterarbeiten für Brandschutzwände, Dachabdichtungs-, Dämm- und Fassadenarbeiten bis zur Mitte des Komplexes an. Neue Fenster, Türen und Tore sollen das Gebäude fit machen. Als einen Meilenstein im Baufortschritt bezeichnet Scheffler den Einbau der komplexen und sehr großen Metallfensterelemente auf der Stadtseite Richtung Arzberg. Zurzeit ist die Firma Kassecker aus Waldassen dabei, die ersten Fenster einzubauen. „Ein kleineres der doppelt verglasten Fenster wiegt 200, ein großes 400 Kilogramm“, erläutert Thomas Mayerhöfer, Bauleiter Stahl- und Metallbau bei der Firma Kassecker.

„Wenn die Netze an den Gerüsten der Firma SK Gerüstbau aus Wunsiedel entfernt sind, werden die neuen Fenster allen Arzbergern die positive Entwicklung im Winterling-Werk zeigen“, ist Bürgermeister Stefan Göcking überzeugt. Und Architekt Gerhard Plaß aus Thiersheim weist auf die Sprosseneinteilungen hin, die sich an den alten Fensterformaten orientieren. „Da die neuen Fenster nicht nur bestens isoliert sind, sondern auch Zuluft und Rauchabzug im Brandfall gewährleisten müssen, war es gar nicht so einfach, die neuen Elemente aus Metall dem Charme der alten Industriefenster-Elemente aus Beton anzupassen“, sagt er.

Thema Isolation: Die ist jetzt nicht nur aufgrund der neuen Fenster gewährleistet, sondern auch durch die Dämmung des Gebäudes. „Für die Tunnelofenhalle waren früher natürlich keine Dämmung und keine Heizung nötig“, erklärt der Architekt schmunzelnd. Jetzt müssten die großen Flächen flexibel in der Nutzung sein. Daher sei ein neuer Dämmstandard nötig. Bereits im vergangenen Jahr sei eine Heizung eingebaut worden – ein Blockheizkraftwerk mit Holzvergaser-Technik, das auch Energie für den Komplex liefert. Nach dem Dämmen und Verputzen der Fassade, die wohl seinerzeit aus Spargründen nicht mit einem Putz versehen worden war, soll durch den Anstrich der bisherige Charakter ebenfalls gewährt bleiben, wie Scheffler und Plaß erläutern.

Sie berichten, dass die Baumeisterarbeiten, die die Firma Schwaba-Bau aus Schwarzenbach an der Saale ausgeführt hat, weitestgehend abgeschlossen seien. Die Dachlichtbänder der Firma Lamilux aus Rehau seien fast vollständig neu aufgesetzt. Die Kunststofffenster im Mittelbau habe die Firma Hübner aus Weißenstadt montiert. Nur die Arbeiten für die Dachabdichtung und -dämmung, die die Firma Fuß- und Gartenschläger aus Mainleus erledigen soll, seien leider im Verzug. Nach den Worten der gKU-Chefin sind zurzeit noch die Gewerke Elektroarbeiten, Lüftung, Heizung, Sanitär mit Entwässerung, Brandmeldeanlage, Türen und Tore in Planung. Zuletzt würden die Arbeiten an den Außenanlagen mit der Erschließung für die Lkws ausgeführt. An drei Geschossen gebe es Laderampen für die Lastwagen. Auch die Böden in den Hallen würden erneuert.

Die Förderoffensive Nordostbayern macht’s möglich: Insgesamt umfasst der Umbau des Winterling-Areals an der Jakobsburg laut Cäcilia Scheffler eine Investitionssumme von rund 5,3 Millionen Euro. „Die Nachfrage nach den Gewerbeflächen gibt dieser Investition recht“, sagt die Diplom-Geographin. Zurzeit würden die Flächen überwiegend für die Logistik der Firmen genutzt. Wenn alles fertig ist, sei durchaus auch an Produktion zu denken.

„Wir schaffen die Struktur für große und kleine Firmen“, sagt Gerhard Plaß. Die Firmen könnten genauso gut nur 100, aber auch 5000 Quadratmeter mieten. Der Turm, der in die östliche Richtung ausgerichtet ist, eigne sich zur Nutzung für Büros, blickt Cäcilia Scheffler in die Zukunft. Und ganz oben, so stellt Bürgermeister Göcking sich vor, könnte ein fantastisches Loft entstehen. „Mit dem schönsten Ausblick über Arzberg und die ganze Region.“

 

Quelle: Wirtschaftszeitung (Christl Schemm)

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