Aktuelles

Key Player beim Umbau des Energiesystems

WALDSASSEN. Die politisch entschiedene Energiewende ist eine Herkulesaufgabe für Deutschland – natürlich auch für Ostbayern. Jeglicher Energieverbrauch mobil wie stationär, alle Privathaushalte, Wohn- und Geschäftshäuser, auch Unternehmen bis hin zu den großen Fabriken müssen auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden. Es geht auch um alle Wohn- und Geschäftsimmobilien, öffentliche und private Liegenschaften und vor allem um die Industrie. Die Energiewende ist daher auch eine komplexe Bauaufgabe. Gefordert ist daher die Kernkompetenz der Bauindustrie.

Die Firmengruppe Kassecker aus Waldassen steht mit ihrer breit aufgestellten Expertise im Zentrum vor allem anspruchsvoller Projekte der Energiewende und investiert in diese Herausforderungen. Wenn man an die Energiewende im Gebäudesektor denkt, also an Neubau und Modernisierung von Liegenschaften, an zukunftssichere Nah- und Fernwärme, an Kühlungssysteme oder Kraft-Wärme- Kopplung – Kassecker ist stets mitten drin. Die momentan absolut größten Aufgaben liegen aber bei der Infrastruktur, insbesondere beim Stromversorgungsnetz. Der doppelte Ausstieg aus Kohle- und Atomstrom kann nur zu geringen Anteilen durch Effizienzsteigerungen oder Sparmaßnahmen kompensiert werden. Dämmung, moderne Gebäudetechnik, Photovoltaik und Solarthermie können zwar Wohngebäude oder Wohngebiete energetisch autark machen, im Großraum Regensburg entfällt aber ohnehin nur weniger als ein Drittel des Stromverbrauchs auf Haushalte. Zwei Drittel der elektrischen Energie verbraucht in Regensburg die Industrie: Sie benötigt im Jahr rund eine Milliarde Kilowattstunden Strom. Und dies trotz der Tatsache, dass Industriebetriebe ihren Strom weit überwiegend in eigenen gasbetriebenen KWK-Anlagen produzieren. Der Nachhaltigkeitsbericht von BMW beispielsweise weist aus, dass das Werk Regensburg 2017 einen Energiebedarf von 500 Millionen Kilowattstunden hat – weit mehr als das Doppelte aller privaten Haushalte in Regensburg zusammen.

Der Schlüssel für die Energiewende liegt also vor allem beim Stromnetz. Aus Sicht der Firmengruppe Kassecker wird dies jetzt bereits sehr konkret. Bereits 2025 müssen neue Stromtrassen in der Lage sein, mit zwei Gigawatt Strom aus dem Norden auch Ostbayern zu versorgen. Kassecker gehört zu den leistungsfähigen Baufirmen aus Ostbayern, welche vorbereitende Projekte auch jetzt schon umsetzen. Auch was die demnächst startende Baumaßnahme Hochspannungs-Gleichspannungs- Übertragung (HGÜ) anbetrifft, ist Kassecker am Start. Als Netzbetreiber und Bauherr stellt die Tennet AG höchste Ansprüche an Baufirmen. Es werden nur Unternehmen zu Ausschreibungen zugelassen, die nach einem Präqualifikationsverfahrens neutral zertifiziert wurden, und sich in den Bereichen Bautechnik, Personal, Betriebsabläufe, Arbeitssicherheit und Engineering auf absolutem Spitzenniveau befinden.

Tausende von Kilometern Stromleitungen müssen gebaut werden, die den Windstrom in HGÜ-Technik vom Küstenbereich im Norden zu den Industriezentren im Süden und Südwesten der Republik transportieren. Für diese Herkulesaufgabe sind in den nächsten Jahren Kapazitäten in der Bauwirtschaft aufzubauen und die technische Kompetenz entsprechend auszuweiten. Die Franz Kassecker GmbH geht von einer Realisierung des Großprojekts Süd-Link und Südost- Link, wie von der Politik versprochen, aus und legt bereits heute die Grundlagen für eine aktive Beteiligung an diesen Baumaßnahmen. So ist der Bereich Tief- und Rohrleitungsbau seit 2018 an dem Neubau einer erdverlegten 110 Kilovolt (kV)-Kabeltrasse zur Verbindung einer bestehenden 110 kV-Anlage Rheinböllen der Westnetz GmbH an die neu geplante Umspannanlage Bacharach beteiligt. Die Baumaßnahme der Amprion GmbH dient als Pilotprojekt zur Untersuchung der Einsatzgrenzen des sogenannten E-Power- Piper-Verfahrens. Dazu wurden Haltungslängen von etwa 700 Metern in geschlossener Bauweise aus Spundwandgruben heraus mit Horizontalbohrungen aufgefahren. Kabelschutzrohre werden mit dem E-Power-Pipe- System der Firma Herrenknecht strangweise verlegt. Die Abwärme der Erdkabel birgt eigene Herausforderungen. Kabeltrassen in offener Verlegung werden deshalb in Flüssigboden eingebettet, um eine homogen wärmeleitfähige Zone sicherzustellen. Wärmeleitfähigkeit, Schwindarmut, Wiederaushubfähigkeit sowie Umweltverträglichkeit dienen einer möglichst langen Lebensdauer.

Seit Februar 2019 ist ein zweites Projekt in der Realisierungsphase. Für die NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH erfolgt im Zuge der Trassenfreimachung für den Riederwaldtunnel die Verlegung einer Kabelschutzrohrtrasse. Hier geht es um Leitungen des Hochspannungsbereiches zum Anschluss der Gebiete südlich der Bahnstrecke Fulda-Aschaffenburg an das Umspannwerk Kruppstraße als Hauptverbindung der künftigen Stromtrasse in Nord-Süd-Richtung. Kassecker ist zuständig für sämtliche Maßnahmen zur Herstellung der Kabelschutztrasse und zur betriebsfertigen Verlegung von Leitungen des Gas und Trinkwassernetzes einschließlich aller Tiefbau- und Oberflächenarbeiten. Eine Besonderheit stellt bei diesem Bauvorhaben die Rückverfüllung der Kabelschutztrassen mit thermisch stabilisierendem Flüssigboden bzw. mit hochwärmeleitfähigem Beton dar. Auch hier ist es das Ziel, temperaturbedingtes Dehnen und Schwinden so weit wie möglich zu reduzieren – bei Nennweiten DN 125 beziehungsweise DN 160 sind dies technisch anspruchsvolle Aufgaben, welche nur gut eingespielte und hochqualifizierte Mannschaften mit bester technischer Ausstattung leisten können.

Beide technisch anspruchsvollen Maßnahmen stellen für das Unternehmen Kassecker GmbH eine reizvolle Anforderung dar. Diese und weitere Projekte bilden als Infrastrukturbestandteile und als Referenzprojekte des Unternehmens die Grundlagen für die spätere Beteiligung an den Großprojekten Süd-Link beziehungsweise. Süd-Ost-Link. Technisch gesehen steht die Energiewende direkt vor der Tür. Die Expertise ist vorhanden, die Maßnahmen können eigentlich starten. Die Firmengruppe Kassecker jedenfalls ist bereits aktiv. Politik und Gesellschaft wollen die Energiewende. Kassecker wird mit Sicherheit ein Key Player beim Umbau in Richtung Nachhaltigkeit sein.

 

Quelle: Wirtschaftszeitung