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Alte Leute können in Arzberg bleiben

Mit dem Spatenstich beginnt an der Egerstraße der Bau des Seniorenheims für 48 Bewohner. Außerdem entsteht eine Arztpraxis.

Arzberg – Mit der Ansiedlung der Lebenshilfe und dem Umbau der alten Schule in ein Bürgerhaus stehen in der nächsten Zeit in Arzberg Millionenprojekte an. Ein weiteres Großprojekt, allerdings privater Natur, ging am gestrigen Mittwoch in die konkrete Phase: Mit dem Spatenstich gaben Investor Bernd Fürbringer und seine Frau, zweite Bürgermeisterin Marion Stowasser-Fürbringer, die Familie Dr. Heinz Eschlwöch, Bürger- meister Stefan Göcking sowie etliche weitere am Bau Beteiligte vor vielen Gästen aus Politik und Wirtschaft den Startschuss für die Realisierung  des Seniorenheims mit Arztpraxis an der Egerstraße.

Bernd Fürbringer, einer der Geschäftsführer der Firma Kassecker in Waldsassen, hat für den Bau des Seniorenheims eigens die Firma BF Care GmbH gegründet. Betreiber ist die Seniorenheim Fichtelgebirge GmbH, hinter der die Familie Eschlwöch steht. 48 alte oder pflegebedürftige Menschen werden dann vom nächsten Jahr an ausschließlich in modernen Einzelzimmern der neuen Einrichtung versorgt. Die Arztpraxis können die Bewohnerinnen und Bewohner trockenen Fußes erreichen, wie der Investor versprach.

„Gestern wären wir hier noch im Staub versunken“, sagte Fürbringer mit Blick zum Himmel, aus dem es bis wenige Minuten vor dem Spaten- stich noch kräftig geregnet hatte. Dass alle drei Bürgermeister, einige Stadträte, Vertreter der beteiligten Firmen, die Familien des Investors und des Betreibers, Planer, Mitarbeiter des Bauamts und Freunde gekommen waren, zeige, wie wichtig der  Bau des Seniorenheims und der Arztpraxis für Arzberg sei.

Die Idee, die an einem Abend vor knapp zwei Jahren auf der Terrasse der Familie Stowasser-Fürbringer entstanden sei, werde nun Wirklichkeit. „Wir haben uns damals gedacht, es ist schade, dass Arzberger ihre Heimatstadt verlassen müssen, wenn sie pflegebedürftig werden. Denn es gibt fast keine Möglichkeit, in Arzberg einen Pflegeplatz zu finden. Deswegen haben wir uns entschlossen: Da machen wir was“, erinnerte Fürbringer an die Entstehung. Bereits einen Tag, nachdem man Dr. Heinz Eschlwöch gefragt habe, ob er der Betreiber wer- den möchte, habe er zugesagt.

Nach verschiedenen Überlegungen, Umplanungen und Veränderungen am Konzept sei die Heimaufsicht schließlich mit den Plänen zufrieden gewesen, sodass vom Sommer 2018 an die Weichen für den Bau hätten gestellt werden können. Neben den 48 Einzelzimmern und der Praxis werde es unter anderem einen großen Aufenthaltsbereich in dem neuen Seniorenheim geben. Wenn alles gutgeht, soll es bereits nächstes Jahr eröffnet werden. „Es ist eine in Arzberg dringend benötigte Einrichtung. Und ich verspreche: Es wir auch optisch ein Highlight“, betonte Bernd Fürbringer. Allen am Bau beteiligten Menschen wünschte er ein unfallfreies Arbeiten.

„Spatenstiche und Einweihungen sind der Bürgermeister liebste Kin- der. Denn sie sind ein Blick in die Zukunft“, freute sich Bürgermeister Stefan Göcking. Mit dem lange geplanten Kauf des Grundstücks an der Egerstraße könne die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: den Bau des Seniorenheims mit Arztpraxis und gleich daneben eines neuen Kindergartens, den die evangelische Kirchengemeinde betreiben wird. Wie mehrfach berichtet, wird die Kirchengemeinde dafür den Kindergarten in der Villa Weinberggasse aufgeben. Die innerstädtische Fläche liege an einer städtebaulich exponierten Stelle. Der Bürgermeister freute sich, dass künftig möglichst viele alte Menschen in Arzberg bleiben können und wünschte sich – allerdings mit einem Augenzwinkern –, dass der Kindergarten nächstes Jahr gleichzeitig mit dem Seniorenheim eingeweiht werden könne. 

 

Quelle: Wirtschaftszeitung (Christl Schemm)