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Sie freuten sich über die bayernweit einzigartige Auszeichnung und gaben das Preisgeld in Höhe von 10 000 Euro gleich weiter an die Schulen, die sie derzeit ausbauen und sanieren. Nach der Übergabe von Scheck und Urkunden im Hofer Landratsamt (von links): Ewald Weber von der Franz Kassecker GmbH in Waldsassen, der Jury-Sprecher Professor Dr.-Ing. Josef Zimmermann von der Technischen Universität München, Senator E.h. Gerhard Hess, der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Bauindustrieverbandes, der Hofer Landrat Bernd Hering, Ministerialrätin Gabriele Engel von der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium, Jörn Ettenhofer von der HSG Zander GmbH (Neu-Isenburg) und Frank Jainz von der Bilfinger Berger Hochbau GmbH (Frankfurt).

Preis für die Partner

Von Rainer Maier

Der PPP-Förderpreis der bayerischen Bauindustrie geht in diesem Jahr an den Landkreis Hof und drei Unternehmen. Gemeinsam sanieren sie Schulen der Region.

Hof - "Diesen Preis bekommt der Landkreis Hof, weil er die Fenster aufgemacht hat für den Markt der neuen Dienstleistungen unserer Bauindustrie." Mit diesen Worten hat der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Bauindustrieverbandes, Senator E.h. Gerhard Hess, ausdrücklich die Vorreiterrolle gewürdigt, die die nördlichste Gebietskörperschaft im Freistaat auf dem Gebiet der Public Private Partnership (PPP) eingenommen hat. Denn der Landkreis habe seine Partner-Unternehmen nicht nur damit betraut, vier Schulen zu sanieren und auszubauen, sondern auch bereits bei der Projektierung zu beraten und anschließend für einen Zeitraum von zwanzig Jahren die Pflege der Gebäude zu übernehmen. Als einer der ersten Kreise in Bayern habe Hof auf diese neue Angebotstiefe zurückgegriffen, eine zukunftsweisende Entscheidung, für die wohl mit ausschlaggebend gewesen sei, dass Landrat Bernd Hering als gelernter Bauingenieur einer vom Fach ist.

Das PPP-Kooperationsmodell sei halt etwas "für analytisch konzeptionelle Denker, die sich auch an etwas Neues herantrauen", lobte auch Ministerialrätin Gabriele Engel von der Obersten Baubehörde im bayerischen Innenministerium. Wenn man innovative Denkanstöße aufnehmen könne und nicht ausschließlich nach fertigen Rezepten verfahre, dann sei es möglich, Steuergelder besonders sparsam und effizient einzusetzen. Mit einem neuen Weg - der mittlerweile bayernweit als "Hofer Modell" Nachahmer finde - habe man zudem erstmals eine PPP-Maßnahme mit kommunaler Finanzierung durchgezogen.

Zielorientiert und kreativ

Als "zielorientiertes Zusammenwirken schlauer und kreativer Köpfe" würdigte der Jury-Sprecher Professsor Dr.-Ing. Josef Zimmermann die Preisträger. Dass die Gebäude ausgerechnet dafür entwickelt wurden, junge Leute optimal auszubilden, freute den Ordinarius am Lehrstuhl für Bauprozessmanagement und Immobilienentwicklung an der Technischen Universität München besonders.

Landrat Hering freute sich, dass das Ansinnen, 2700 Schülerinnen und Schülern in Helmbrechts, Münchberg und Naila möglichst schnell topmoderne Unterrichtsräume zur Verfügung zu stellen, vom hochkarätigen Preisgericht als auszeichnungswürdig erachtet wurde. "Dass wir gleich für unser erstes derartiges Projekt geehrt werden, halte ich für besonders schmeichelhaft", sagte Hering.

Anstatt über etwa zwölf Jahre hinweg schrittweise zu sanieren und dabei immer wieder der Schwierigkeit zu begegnen, eine Prioritätenliste an die Gegebenheiten anpassen zu müssen, habe man sich entschlossen, überall gleichzeitig mit dem Bau zu beginnen. Die Generalsanierung der nasiums Münchberg und des Schulzentrums Naila mit Gymnasium und Realschule sei die größte Baumaßnahme in der Geschichte des Landkreises. Der Kostenrahmen umfasse knapp 56 Millionen Euro. Und, so unterstrich der Hofer Landrat, er konnte durch die PPP-Vereinbarung um rund zehn Prozent gesenkt werden. "Zwölf Millionen Euro Einsparung, das ist beileibe kein Pappenstiel."

Vorteil der neuen Variante

Dies habe der Landkreis durch seine selbstentwickelte neue PPP-Variante erreichen können, in der man alle Vorteile der Partnerschaft nutze, aber den klassischen Nachteil, die teurere Privatfinanzierung, von vornherein ausgeklammert habe. Hering voll des Lobes: "Es ist wirklich erstaunlich, wie reibungslos das alles funktioniert hat."

Der Landkreis habe sich dabei auch als "Auftragsmotor für das regionale Baugewerbe" betätigt, denn - je nach Projekt - zwischen 83 und 100 Prozent der Aufträge habe der Generalunternehmer an Betriebe vergeben, die nicht weiter als hundert Kilometer von der Baustelle entfernt sind.

Für diesen Generalunternehmer, die "Arge PPP Schulen Landkreis Hof", sprach der Geschäftsführer der Waldsassener Franz Kassecker Gmbh, Ewald Weber. Durch konstruktive Zusammenarbeit und faires Miteinander habe man ein für alle Beteiligten gelungenes Projekt geschaffen. Neben Kassecker hatten sich auch das Frankfurter Hochbau-Unternehmen Bilfinger Berger und die HSG Zander GmbH aus Neu-Isenburg an der Arge beteiligt.

Spende für die Schulen

Ewald Weber betonte, alle Arbeiten lägen im Zeitplan und schon bald könne an den vier Schulen mit ihren dann technisch hervorragend ausgestatteten Klassenzimmern daran gegangen werden, junge Menschen aus der Region für die Zukunft fit zu machen.

Den Anteil der Arge am Preisgeld, 5000 Euro, spendeten die drei Unternehmen den Bildungsstätten, die sie gerade sanieren. Der Landrat schloss sich an und legte auch den Preis-Anteil des Kreises, weitere 5000 Euro, drauf.

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